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Otto Mühlschlegel-Haus

Artikel der Zeitschrift Landluft 5/2017 vom Otto-Mühlschlegel-Haus in Endersbach

ROCKY BALBOA knipst sich an mit Schlägen an den Kopf. Hatte Robert Downey Junior einen großen Auftritt, fuhr er sich hoch mit Kokain. Und Jörg Danner setzt eine rote Nase auf. Er steht zwischen zwei grauen Wänden auf unwesentlich hellerem Estrich in einer Umkleidekabine. Gerade hatte er seine graue Jeans akkurat gefaltet und an einen Bügel gehängt. Zwei rote Schminkkreise rasch auf die Wangen, hinein in gelbe Schuhe und bunte Hosenträger vorgeschnallt, dann tritt er in den Flur des Kellers im Pflegeheim Otto-Mühlschlegel-Haus in Endersbach. Dort wartet eine Frau in rosa Stiefeln, rosa Hose und Blümchenbluse. „Hallo - hallo“, haucht er. „Schön, dass du da bist“, flötet Melanie Stephenson zurück. Beide fassen sich an den Händen, dann ein Griff in die Taschen, sie zählen laut „eins, zwei, drei“ – und setzen sich rote Nasen auf. In diesem Moment verwandelt sich Melanie Stephenson in Klementine und Jörg Danner in Brokkoli Knoblauch. Sie sind jetzt Clowns. Clowns sind anders als andere, aber diese beiden Clowns sind auch anders als andere Clowns: Sie schreien nicht vor großem Publikum. Sie hauen und hüpfen nicht, ziehen keine Grimassen bis zur Decke. Klementine und Brokkoli Knoblauch sind eher stille, ganz liebe Clowns. Und ihr Publikum sitzt meist im Rollstuhl oder liegt im Bett.