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Karlsstift

Erst mal ausprobieren durften wir das Angebot, sozusagen testen,

schauen wie die Bewohner reagieren, wie es ankommt, wie es wirkt... Nun sind sie seit ein paar Monaten im Haus und besuchen, im Idealfall, 14-tägig die Bewohner. Sie, das sind die Clownin „Zitronella und der Clown „Ludwig Lurch“, für die es immer noch und immer wieder ein besonderer Moment ist, wenn sie ihre Köpfe durch den Türrahmen stecken und fragen: „Dürfen wir reinkommen?“, wenn die Bewohner sich den Clowns öffnen, manchmal spontan, manchmal verhalten und eher vorsichtig, mit der Frage im Blick „Was wollen diese lustigen Gesellen von mir?“. „Aber genau das ist das Schöne“, sagt Clownin Zitronella, „dass wir nichts wollen, keine Erwartungen an die Bewohner haben, selbst nicht perfekt sind – wir Clowns.“


Viele berührende und schöne Momente haben sie im Karlsstift schon erlebt. Denn plötzlich ist er da der Funke der Erinnerung, der Augenblick eines Erlebens aus einer anderen, vergangenen Zeit. So wie der mit Herrn H. Ludwig Lurch spielte und sang auf dem Kazoo einen Walzer und Zitronella tanzte mit dem alten Herrn („aber meine Knie tun nicht mehr so mit!“ hatte er noch kurz davor geäußert) in seinem Zimmer, langsam und innig. Und wenn man Herrn H. ansah, dann sah man einen Mann, der sich beim Walzertakt an einen Tanz mit seiner Frau erinnerte, damals vor einer kleinen Ewigkeit. Sein gelöstes Gesicht sprach Bände.


„Dies ist eines dieser Erlebnisse, die das Herz berühren und mir immer wieder Motivation genug sind, mit Haut und Haaren und heißem Herzen diese „Arbeit“ zu machen“, sagt Zitronella. Ludwig Lurch beschreibt das in ähnlich euphorischer Weise. „Wir schauen uns an, der Bewohner und der Clown, und dann erwacht es, das Strahlen und Lachen im Gesicht des Bewohners/der Bewohnerin. Das Eis ist gebrochen und die Begegnungen der besonderen Art können beginnen! Das erlebe ich immer und immer wieder auf’s Neue bei den Besuchen und das ist ein sehr beglückendes Erlebnis.“ „Zitronella“ und „Ludwig Lurch“, das sind Bettina Landau und Felix Beck. Sie ist im Hauptberuf Leiterin eines Kindergartens in Haubersbronn, er Schauspieler, Theaterpädagoge und Regisseur aus dem Raum Esslingen. Begegnungsclown zu sein ist für beide eine „späte“ Berufung. Annehmen und ernst nehmen: Zwei Verhaltensweisen, die man vielleicht nicht gleich mit dem Clown in Verbindung bringt. Menschen, die von Demenz betroffen sind, wissen es sehr zu schätzen, wenn die Clowns ihnen in der Weise begegnen. „Jetzt muss ich Sie doch noch etwas fragen“, wird dann zum Beispiel ganz ernsthaftig ein Anliegen an den Clown gerichtet. Wir vom Karlsstift haben uns „leichten“ Herzens entschieden und das Angebot des Vereins „Clowns mit Herz Rems-Murr e.V“ dauerhaft gebucht. Wenn auch Sie Interesse haben an der Arbeit der Clowns oder mit Spenden unterstützen wollen.